Kopfbild-Montage mit Logo des NWR, einem Revolver, eine Aktenablage und ein Zielscheibe
Grundsätzlich ist zwischen Austausch-und Wechselläufen zu unterscheiden.

Siehe hierzu Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 1 Nummer 3.1 und 3.2 WaffG, sowie die FAQ im Zentralen Informationssystem der Fachlichen Leitstelle.

In Kürze: Austauschläufe können vom Waffenbesitzer selbst einfach gegeneinander ausgetauscht werden, Wechselläufe müssen eingepasst und dann staatlich beschossen werden. Für diese Einpassarbeiten ist eine Waffenherstellungs-, bzw. Waffenbearbeitungserlaubnis erforderlich.

Erfahrungsgemäß ist vielen Waffenbesitzern, aber auch dem Fachhandel der Unterschied zwischen Wechsel- und Austauschlauf nicht bekannt oder die Begriffe werden verwechselt. Daher hier der kurze Hinweis: Bei Blaser R93, R8, Sauer 202, 404, Merkel Helix, Mauser M03, etc. handelt es sich um Austauschläufe; bei Waffen des Modells Mauser 98,Sauer 90, 80, Remington 700, Winchester 70, etc. handelt es sich um Wechselläufe (also Einbau nur durch hierfür Berechtigte (z.B. Büchsenmacher und anschließende Beschusspflicht beim Beschussamt).

Zum Prozedere der Waffenbehörden: 
  1. Wenn es sich um einen Austauschlauf handelt, sind in den FAQ und Musterfällen (z.B. Geschäftsvorfall Überlassen von wesentlichen Teilen einer Waffe) im Zentralen Informationssystem der Fachlichen Leitstelle umfangreiche Informationen vorhanden.
  2. Wenn es sich um einen Wechsellauf handelt, so ist waffenrechtlich folgender Sachverhalt vorhergegangen: Der Waffenbesitzer hat die Waffe einem zur Waffenbearbeitung Berechtigten (z.B. Büchsenmacher) überlassen. Dieser hat der Waffe ein wesentliches Waffenteil (Lauf) entnommen und ein anderes wesentliches Waffenteil (einen Wechsellauf) eingebaut. Nach dem amtlichen Beschuss erhält der Kunde die Waffe zurück.
Tatsächlich wurde auch im Fall 2 ein wesentliches Waffenteil (Lauf) an den Büchsenmacher dauerhaft überlassen und ein anderes wesentliches Waffenteil (Wechsellauf) dauerhaft erworben.
Das Überlassen von Waffen und wesentlichen Teilen (die den für sie bestimmten Waffen gemäß Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 1 Nummer 1.3 WaffG gleichstehen) ist binnen von zwei Wochen zu melden: Sowohl für Inhaber einer Handels-/Herstellungserlaubnis, als auch für WBK-Besitzer ist die in § 34 Absatz 2 WaffG geregelt.
Daher hat der Waffenbesitzer das Überlassen des (alten) Laufes seiner Behörde anzuzeigen. Eine Anzeigepflicht des Büchsenmachers für den Erwerb des (alten) Laufes besteht nicht.
Zudem hat der Waffenbesitzer den Erwerb des (neuen) Wechsellaufes gemäß § 10 Absatz 1a WaffG binnen von zwei Wochen anzuzeigen, ebenso wie der Büchsenmacher das Überlassen des Wechsellaufes ebenfalls binnen von zwei Wochen der für den Erwerber zuständigen Behörde gemäß § 34 Absatz 2 WaffG anzuzeigen hat.

Die Darstellung des Sachverhaltes beim Fall 2 sollte genau wie im Fall 1 erfolgen.
Eine Beschreibung und Darstellung finden Sie hier:
Arbeiten mit dem NWR