Kopfbild-Montage mit Logo des NWR, einem Revolver, eine Aktenablage und ein Zielscheibe

Der Auftrag

Nach der europäischen Waffenrichtlinie sind alle Mitgliedsstaaten verpflichtet, ab 01.01.2015 ein computergestütztes Waffenregister auf nationaler Ebene zu betreiben. Der deutsche Gesetzgeber hat geregelt, dass das NWR ab 2013 betrieben wird (§ 43a Waffengesetz a.F.).

Mit der Errichtung des nationalen Waffenregisters (NWR) wurden unter Beibehaltung der föderalen Strukturen die in den damals ca. 550 lokalen Waffenbehörden erfassten relevanten Informationen zu Waffen, Erlaubnissen und Erlaubnisinhabern standardisiert in ein Zentrales Waffenregister (ZWR) beim Bundesverwaltungsamt (BVA) überführt. Die Waffenverwaltungssysteme der örtlichen Waffenbehörden kommunizieren synchron über Verwaltungsnetze und unter Nutzung des für das NWR entwickelten Datenaustauschstandards XWaffe mit dem Zentralen Waffenregister. Anbindung und Zugriff der weiteren NWR-Nutzer, insbesondere den Polizei- und Sicherheitsbehörden, kann über eine Portalanwendung (via Webbrowser) erfolgen.

Das Ziel

Für jede erlaubnispflichtige Schusswaffe ist so zeitnah nachvollziehbar, wer Besitzer der Waffe ist, seit wann er die Waffe besitzt und von wem sie erworben wurde. Für alle berechtigten Behörden, die im Rahmen ihrer Aufgaben und Zuständigkeit waffenrechtliche Daten benötigen, wird erstmals ein jederzeitiger Zugriff auf diese Daten ermöglicht. Mit dem Ausbau des NWR wird seit dem 01.09.2020 der vollständige Lebenszyklus einer erlaubnispflichtigen Schusswaffe sowie der dazugehörigen wesentlichen Teile im NWR registriert und so für Waffen- und Sicherheitsbehörden rund um die Uhr elektronisch rückverfolgbar. Waffenhersteller und Waffenhändler sind gesetzlich verpflichtet, bestimmten Umgang mit erlaubnispflichtigen Schusswaffen und wesentlichen Teilen (wie z.B. Herstellung, Überlassung, Erwerb, Umbauten und Unbrauchbarmachungen) den zuständigen Waffenbehörden elektronisch und XWaffe-konform unter Nutzung eines automatisierten Fachverfahrens (Internetportal oder elektronische Schnittstelle) anzuzeigen. Weitere Informationen sind unter Hersteller, Händler und Verbände zu finden.

Das NWR schafft damit eine sichere Tatsachengrundlage für die Waffenbehörden zum Vollzug des Waffengesetzes und für die Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern bei der Beurteilung und Bewältigung von Einsatzlagen. Es leistet dabei auch einen Beitrag zur Strafverfolgung und zur Bekämpfung überregionaler, länderübergreifender sowie international grenzüberschreitender Kriminalität.

Logo von Xwaffe

Der Standard

Für die Errichtung und den Betrieb des Nationalen Waffenregisters ist die Einführung verbindlicher Standards zur Beschreibung und zum Austausch waffenrechtlicher Daten mit Geltung für die gesamte Waffenverwaltung erforderlich. Zu diesem Zweck wurde der Datenaustauschstandard XWaffe entwickelt. XWaffe ist eine für alle Beteiligten vereinheitlichte Beschreibung waffenrechtlich bedeutsamer Daten und enthält verbindliche Festlegungen zugehöriger Fachkataloge. Eine besondere Bedeutung haben hierbei der Hersteller- und der Munitions-/Kaliberkatalog.

Mit dem Standard XWaffe steht erstmals ein einheitlicher Standard für waffenrechtliche Daten zur Verfügung. Der Standard basiert auf dem vom BMI herauszugebenden einheitlichen Datensatz DS Waffe. Die Aktualisierung des Standards wird von der XWaffe-Pflegestelle übernommen, die Bestandteil der Fachlichen Leitstelle NWR ist.

Die Kataloge

Die Kataloge des NWR und von XWaffe werden in die örtlichen Waffenverwaltungssysteme integriert, die mit Einführung des NWR in den Waffenbehörden eingesetzt werden. Weitere Informationen und Arbeitshilfen zu XWaffe und den NWR-Katalogen finden Sie hier:

Die XWaffe-Version 2.3 ist seit 08. Mai 2021 in Betrieb:

XWaffe Spezifikation Version 2.3 beschreibt das Informations- und Nachrichtenmodell für XWaffe 2.3
Hier finden Sie XWaffe 2.3 Technische Dateien (XML Schemata)
Hier finden Sie 

und Codelisten zu XWaffe 2.3 und externe Kataloge (Version_26)

Die vorstehenden Informationen sind seit 18.03.2021 im Link15  XRepository veröffentlicht.

Die XWaffe-Version 2.4 wird am 30. Oktober 2021 in Betrieb gehen:

XWaffe Spezifikation Version 2.4 beschreibt das Informations- und Nachrichtenmodell für XWaffe 2.4
Hier finden Sie XWaffe 2.4 Technische Dateien (XML Schemata)
Hier finden Sie XWaffe 2.4 Technische Dateien (UML Modell)
Hier finden Sie das und die Codelisten zu XWaffe 2.4 und externe Kataloge (Version_27)
Hier finden Sie die und

Die vorstehenden Informationen sind seit 08.06.2021 im Link15  XRepository veröffentlicht.

Der XWaffe-Dolmetscher ist als Link15 Online-Version verfügbar. Die Web-Anwendung Link15 XWaffe-Dolmetscher ist ein praxistaugliches Instrument zur Nutzung von Hersteller- und Kaliberkatalog sowie Waffentypologie nicht nur für die Sachbearbeiter/-innen der Waffenbehörden. Der XWaffe-Dolmetscher ermöglicht einen einfachen Zugriff auf die genannten NWR-Kataloge und übersetzt viele der unterschiedlichen Schreibweisen, die für Waffenmodelle, Hersteller, Waffentypen oder Munition gebräuchlich sind, in die Bezeichnungen des XWaffe-Standards.
Die Übersicht Waffentypologie () unterstützt bei der richtigen Einordnung einer Waffe in Waffenkategorie, Waffentyp nach Anlage 1 WaffG sowie Waffentyp Feingliederung und gibt Hinweise zum Druck des Waffentyps auf der Waffenbesitzkarte.

Die XWaffe-Spezifikation im Link15 XRepository für XöV-Standards der Bundesstelle für Informationstechnik ist die vollständige technische Beschreibung des Standards XWaffe. Sie richtet sich insbesondere an Softwareentwickler, die den Standard in ihren Systemen implementieren wollen.

Informationen zu XWaffe 2.3:

Am 08.05.2021 erfolgte ein Update des technischen Datenaustauschstandards XWaffe auf die Version 2.3.

Darin wurden einige redaktionelle Änderungen mit Bezug zum beschlossenen 3. Waffenrechtsänderungsgesetz vollzogen. So wird z.B. der Waffenstatus Code #2 „überlassen an WBK- oder Jagdscheininhaber“ erweitert um den anzeigepflichtigen Erwerber einer Dekorationswaffe. Im Katalog Waffentyp Feingliederung wird Code #95 „Salutgewehr mit Zulassungszeichen in der Raute“ nicht mehr zur Übermittlung zugelassen, da Salutwaffen seit dem 01.09.2020 über den Katalog „waffentechnische Ausführung“ abzubilden sind. Schließlich wurde der Katalog der „Abfragegründe“ für Übermittlungen aus dem NWR nach Maßgabe des Waffenregistergesetzes (WaffRG) umfassend überarbeitet und aktualisiert.

Im Bereich der Hinweise ergeht bei Erwerbsmeldungen zu vorübergehenden Zwecken ohne Anzeigepflicht des WBK-Inhabers zukünftig ein gesonderter Hinweis, wenn das gemeldete Datum des Erwerbs älter als 30 Tage zum Datum der Meldung ist. Hintergrund ist die gesetzliche Ausnahme von der Anzeige des Erwerbs durch einen Händler oder Hersteller (HuH) in § 37e Absatz 2 WaffG. Zudem ergeht ein dezidierter Hinweis an die Waffenbehörden, wenn der Meldepflichtige die Unbrauchbarmachung einer Waffe/eines Waffenteils gemeldet hat.

Mit XWaffe 2.3 werden auch ergänzte und aktualisierte Kataloge zu Hersteller- und Kaliberbezeichnungen in Betrieb genommen. Bitte beachten Sie als lokaler Softwareanbieter für Hersteller und Händler, dass im Betrieb zukünftig nur noch die aktuell gültige Version der externen Kataloge sowie die vorher geltende Fassung unterstützt werden.

Für kurzfristige Verbesserungen der Hinweise an die ÖWS wurden die Kataloge Bedeutung und Hinweise externalisiert. Optimierungen sind künftig ohne Änderungen an XWaffe und damit flexibler möglich.

Durch eine technische Anpassung soll darüber hinaus sichergestellt werden, dass bei nur temporärem Erwerb eines Händlers oder Herstellers ohne Anzeigepflicht des WBK-Inhabers nach Rücküberlassung der Waffe der im NWR gespeicherte Bedürfnisgrund und die Munitionserwerbserlaubnis dem Stand der erteilten Erlaubnis des WBK-Inhabers entsprechen. Entsprechende Abweichungen durch den temporären Erwerb eines Händlers sollten mithin zukünftig nicht mehr entstehen. Dies gilt nur, wenn der HuH von einem WBK-Inhaber eine Waffe oder ein Waffenteil mittels Erwerbsart #2 „Erwerb von WBK-Inhaber; die Überlassung unterfällt keiner Anzeigepflicht.“ erwirbt und diese dann mit Überlassungsart #10 „Überlassen an WBK-Inhaber; der Erwerb unterliegt keiner Anzeigepflicht.“ wieder zurück überlässt. In diesem Fall werden der Bedürfnisgrund und die Munitionserwerbserlaubnis wieder dem ursprünglichen Werten entsprechen. Überlässt der HuH allerdings die Waffe oder das Waffenteil vor Rücküberlassung an den WBK-Inhaber zwischendurch einem anderen HuH, müssen der Bedürfnisgrund und die Munitionserwerbserlaubnis ggf. später von der Waffenbehörde manuell angepasst werden. Sie erhält in diesem Fall einen Hinweis, mit der Aufforderung die Richtigkeit der Munitionserwerbserlaubnis und des Bedürfnisgrundes zu überprüfen.

Einen Überblick über die Änderungen in XWaffe 2.3 erhalten Sie im Dokument: